Joëlle Léandre am unerhört-festival 2024: “Irène war meine Schwester”

Joëlle Léandre am unerhört-festival 2024: “Irène war meine Schwester”

Am Samstag, dem langen Festivalbend des unerhört!-Festivals in der gut besetzten Roten Fabrik in Zürich, spielte die französische Bassistin und Komponistin Jöelle Léandre mit ihrem  «Atlantic Ave. Septet», einer New Yorker All Star Band.

Vor dem Konzert wendet sich Joëlle Léandre in einer berührenden Rede über Irène Schweizer ans Zürcher Publikum. Sie sagte: «Irène war meine Schwester. Ich habe sie 1979 in Paris zum ersten Mal getroffen, als sie mit der Feminist Improvising Group spielte. Es war ein Ereignis im Jahr 1979 eine Formation mit sieben Musikerinnen zu sehen, die ihre eigene Musik spielen, freie Musik. Und für mich ein Schock: Musikerinnen, die auf der Bühne improvisierend ihre Musik und sich selbst erfinden. Es gab ja das Art Ensemble of Chicago, all diese grossen Freejazz-Musiker, ausschliesslich Männer. Nun diese Gruppe mit Frauen. Ausserordentlich. Das war eine Revolution.» Léandre betont die wichtige Rolle von Irène als Pionierin.  Wie sie in den sechziger Jahren als einzige Frau in Europa auf Tournee war in «einer Welt der Messieurs, der Machos» und wie sie die Türen für andere Frauen geöffnet hat. «Sie bleibt ein Vorbild.» 

Léandre schildert, wie sie später im Trio Les Diaboliques mit Maggie Nicols (Stimme), Irène Schweizer (Piano), Joëlle Léandre (Bass) über fast vierzig Jahre immer wieder auf Tournee waren. Sie erzählt von den gemeinsamen Abendeuern, den Reisen, «den Jetlags, den schrecklichen Hotels, den schönen Hotels, den Restaurants, den Soundchecks, den Bühnen, der Verantwortung, und den vielen Geschichten, die wir uns erzählten». Und am Abend spielen: «Die Zeremonie des Lebens. Unser Leben für die Kunst. Irène war da. Sie war immer da. Neugierig. Sehr neugierig.»

Am Schluss ihrer Rede sagt Joelle Léandre: «Wir werden uns immer an Irène erinnern. Zürich ist Irène. Wir müssen applaudieren. Irène.»
(Update: 30. November 2024)

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Musik von Irène Schweizer zu Weihnachten

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Übertragung am Schweizer Radio und zum Nachhören